Venetien nimmt sich Beispiel an Krim … rund 90% der Bewohner für die Unabhängigkeit von Italien

 

Venetien nimmt sich Beispiel an Krim

STIMME RUSSLANDS Im Laufe eines fünftägigen Referendums haben knapp 90 Prozent der Bewohner der italienischen Region Venetien für eine Unabhängigkeit von Italien gestimmt. Nun wollen die Aktivisten eine neue Republik Venedig gründen. Busato Gianluca klärt im Gespräch mit STIMME RUSSLANDS über die Details auf. Er ist Leiter der Gruppe plebiscito.eu, die die Volksabstimmung initiierte.

Haben Sie mit diesen Ergebnissen des Referendums gerechnet?

Zwar haben wir gewusst, dass die Bewohner von Venetien eine Unabhängigkeit wollen: Dieser Wunsch ist in ihren Herzen verankert. Doch die Ergebnisse des Referendums haben unsere Erwartungen übertroffen. Das freut uns natürlich. Derzeit erleben die Menschen in der Region eine schwierige Zeit. Sie werden mit einer sozialen und Wirtschaftskrise konfrontiert. Deren Ursache ist die übermäßige Steuerlast. Mit der Volksabstimmung wollten die Bewohner von Venetien ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen, aber auch ihren Wunsch, eine neue Republik Venedig zu gründen.

Während der jüngsten Kundgebung in Treviso wurde neben der Venedig-Flagge auch eine russische Trikolore überraschend aufgehängt. Und Ihre Mitstreiter hatten Plakate auf Russisch. Warum?

Viele Völker weltweit, die frei sein wollen, streben derzeit eine Unabhängigkeit an. Venetien sympathisiert natürlich sehr mit der Krim und mit weiteren Völkern, die eine Souveränität erlangen wollen. Ich meine damit Schottland, Katalonien und Flandern. Europas Karte wird neugestaltet. Im Fall Venetien gibt es mindestens zwei zusammenhängende Gründe. Seit Venetiens Annexion durch Italien im Jahr 1866 hat unsere Regierung immer eine Unabhängigkeit gewollt. Unser Streben nach einem Ausstieg aus Italien hat kulturologische und moralische Hintergründe.

Die Ergebnisse des Referendums sind politisch nicht verbindlich. Was wollen Sie nun unternehmen?

Wir orientieren uns am Völkerrecht, am Selbstbestimmungsrecht der Völker. Wir haben bereits die ersten Schritte zu unserer Unabhängigkeit gemacht. Das erste Verwaltungsgremium der Republik Venedig wurde gegründet: Der Rat der Zehn besteht aus zehn Funktionären, die vom Volk im Zuge des Referendums gewählt wurden. Sehr viele Menschen haben uns ihre Unterstützung zugesichert. Das reicht schon aus, um voranzukommen und auf eine politische Anerkennung der Republik Venedig hinzuarbeiten.

Wie soll diese unabhängige Republik aussehen? Wie will sie ihre Beziehungen mit Italien und beispielsweise mit Russland gestalten?

Die Venetien-Diplomatie setzt sich traditionell für friedliche Beziehungen und gute Nachbarschaft ein. Wir streben wirtschaftlich günstige Beziehungen mit verschiedenen Ländern an. Im Laufe des Referendums wurde gefragt, ob die Republik Venedig internationalen Organisationen angehören soll, und unsere Menschen haben Ja dazu gesagt. Die Republik Venedig bleibt also EU-Mitglied, das freundschaftliche Beziehungen mit Russland und weiteren Ländern der Welt aufbaut.
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2014_03_27/Venetien-nimmt-sich-Beispiel-an-Krim-1568/

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