Gefährliche Spiele: Geheimdienste sammeln Daten über Apps

Thema: US-Abhörskandal

“Rossijskaja Gaseta

14:47 29/01/2014
MOSKAU, 29. Januar (RIA Novosti).

Britische und US-amerikanische Geheimdienste greifen nach Angaben des Whistleblowers Edward Snowden  persönliche Daten beim weltweit beliebten Spiele-App „Angry Birds“ ab, schreibt die “Rossijskaja Gaseta” am Mittwoch.

Die Geheimdienste sammeln Informationen wie Aufenthaltsort, Geschlecht, Alter oder sexuelle Vorlieben der App-Nutzer. Dabei sollen auch die Kontaktlisten der Smartphones gehackt worden sein. Aus Snowdens neuesten Enthüllungen geht jedoch nicht hervor, wie die Geheimdienste App-Daten anzapfen. Experten vermuten, dass die Apps die Daten an einen Server weitergeben, der diese auswertet, um dem Nutzer auf ihn zugeschnittene Online-Werbung zu zeigen, mit der wiederum der App-Anbieter Geld verdient.

Die Geheimdienste der USA und Großbritanniens sollen zudem private Daten auf Facebook, Twitter, LindedIn und Flickr sammeln. Über was für einen Datenumfang die Geheimdienste verfügen, ist jedoch nicht bekannt.

Die finnische Firma Rovio, die „Angry Birds“ entwickelt hat, kooperiert nach eigenen Angaben nicht mit den Geheimdiensten. Auch Google, Facebook, Twitter und andere Unternehmen haben bis dato keine Stellungnahme zu den neuesten Enthüllungen abgegeben.

© RIA Novosti.

 

Mit den neuesten Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters reiht sich ein Skandal an den nächsten. Im November hatte sich ein Brite darüber beklagt, dass sein Smart-Fernseher Informationen über seine Lieblingssendungen an unbekannte Server weitergibt. Der Hersteller beteuerte zwar lange Zeit seine Unschuld, aber es wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Auffallend ist, dass der Skandal auf den 28.Januar fiel, den Tag des Datenschutzes, der jedes Jahr seit 2008 begangen wird. Dieses Datum wurde gewählt, weil am 28. Januar 1981 die Europäische Datenschutzkonvention unterzeichnet worden war. Dem Dokument zufolge dürfen Daten nur unter Beachtung der Gesetze gesammelt und genutzt werden. Doch angesichts der Sammelwut der Geheimdienste scheint das Thema Datenschutz für Computer- und Gadgetnutzer keine Bedeutung mehr zu haben.

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