Russisch-chinesisches Manöver: „Signal an die USA“

Russisch-chinesisches Manöver: „Signal an die USA“

STIMME RUSSLANDS Russland und China planen erneut ein gemeinsames Marinemanöver – diesmal im Ostchinesischen Meer. Russische Experten sprechen von einer zunehmenden militärischen Kooperation beider Länder und prognostizieren eine sehr negative Reaktion des Westens.

Erstmals halten Russland und China gleich zwei gemeinsame Manöver auf See innerhalb eines Jahres ab. Im Januar haben sie im Mittelmeer geübt. Ende Mai beginnt voraussichtlich das Manöver mit dem Codenamen „Maritime Zusammenarbeit 2014“ im nördlichen Teil des Ostchinesischen Meeres. Der russische Militärexperte Igor Korotschenko kommentierte für die STIMME RUSSLANDS:

„Im Laufe des Manövers sollen die beteiligten Marinesoldaten beider Länder mehr praktische Fertigkeiten erwerben. Geplant ist unter anderem Übungsschießen gegen See- und Luftziele. Man will auch gemeinsame Aktivitäten üben, um Seewege zu schützen. Das ist wichtig, solange ungeregelte geopolitische und regionale Probleme und Widersprüche bestehen – zumal andere Staaten ihre militärische Stärke manchmal für politischen Druck instrumentalisieren.“

Wladimir Jewsejew, Experte der russischen Denkfabrik „Public Political Studies Center“, betrachtet das geplante Manöver als Beleg für Russlands und Chinas Bereitschaft, im militärischen Bereich intensiv zu kooperieren:

„Das groß angelegte Manöver soll bestätigen, dass Russland und China strategisch zusammenarbeiten. Das ist auch eine Bestätigung dafür, dass Russland die Chinesen als vorrangige Kooperationspartner betrachtet und eine ziemlich weitgehende Verbesserung des russisch-chinesischen Verhältnisses im Militärbereich beschließen kann, und zwar mit Blick auf die angeschlagenen Beziehungen mit dem Westen. Das Manöver wird im Westen wahrscheinlich für Aufregung sorgen. Eigentlich sendet Russland damit vor allem ein Signal an die USA.“

Auch der russische Militärexperte Viktor Litowkin erwartet eine ausgesprochen negative Reaktion des Westens und der Regierung in Tokio auf das geplante Manöver:

„Der Westen wird aufhorchen, denn es gefällt niemandem, dass die Kriegsflotten Russlands und Chinas stärker werden. Manche Länder behalten sich das Recht vor, stark zu sein, und wollen nicht, dass jemand anderer stark wird. Und der Erfahrungsaustausch russischer und chinesischer Seeleute ist immer gegenseitig nutzbringend.“

Litowkin prognostiziert Vorwürfe japanischer und westlicher Medien, wonach das russisch-chinesische Manöver die Verteidigung einer Inselgruppe beinhalte. Der Experte weist diese Vorwürfe zurück. Konstantin Sokolow, Vizechef der Denkfabrik „Akademie für geopolitische Probleme“, bringt das Manöver mit den aktuellen südkoreanisch-amerikanischen Militärübungen Key Resolve und Foal Eagle in Zusammenhang:

„Das diesjährige russisch-chinesische Manöver geht zum Teil auf die amerikanisch-südkoreanischen Marineübungen zurück. Deren Szenario ist resolut wie nie zuvor und beinhaltet einen Vorstoß in Richtung Pjöngjang. Dementsprechend soll auch das russisch-chinesische Marinemanöver wahrscheinlich ein resoluteres Szenario im Vergleich zum Vorjahr bekommen.“

Die Experten machten auch darauf aufmerksam, dass der russische Staatschef Wladimir Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping besonderen Wert auf das geplante Manöver legen. Am 7. Februar nahmen sie an einer Videokonferenz mit den Kapitänen des russischen Atomkreuzers „Pjotr Weliki“ und des chinesischen Wachschiffes „Yancheng“ teil, die zu jenem Zeitpunkt im Mittelmeer weilten. Putin und Xi lobten den gemeinsamen Einsatz der beiden Kriegsschiffe, die kurz zuvor den Abtransport syrischer Chemiewaffen gesichert hatten.


Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2014_02_26/Russisch-chinesisches-Manover-Signal-an-die-USA-1684/

 

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