Russland stößt US-Staatsanleihen ab

„Wedomosti“

13:56 16/05/2014
MOSKAU, 16. Mai (RIA Novosti)

Russland hat im März in großem Stil US-Schatzbriefe verkauft, schreibt die Zeitung „Wedmosti“ am Freitag.

Im März reduzierte Russland seinen Anteil an den US-Treasuries um 20,5 Prozent auf 100,4 Milliarden US-Dollar. Das ist der größte Rückgang seit 2008. Damals hatte Russland US-Treasuries für 42,4 Milliarden Dollar. Der Höchststand war Ende 2010 mit 176,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet worden.

Russlands Zentralbank bezog keine Stellung zu dem Vorgang. Die Bank informiere stets mit einer Verzögerung von sechs Monaten über Investitionen in Staatsanleihen, so ein Sprecher der Zentralbank.

Wie Experte Chris Weafer von Macro Advisors sagte, reagiert Russlands Zentralbank auf die Drohungen der USA und verlagert seine Reserven, um mögliche Sanktionen zu umgehen.

Mit der Rubel-Abwertung hänge dies nur zum Teil zusammen, so Weafer. Der Zentralbank zufolge wurden im März 22,3 Milliarden Dollar und 2,3 Milliarden Euro verkauft. Seit Jahresbeginn hat der Rubel gegenüber dem Dollar um fünf Prozent an Wert verloren. Das ist die schlechteste Kennzahl unter den Schwellenländern nach dem argentinischen Peso.

Anfang März forderten einige US-Senatoren harte Strafmaßnahmen gegen russische Banken, einschließlich der Sperrung des Zugangs zu den internationalen Kapitalmärkten. Die EU setzte sich dagegen jedoch zur Wehr. Wegen der Ukraine-Krise würden verschiedene Varianten der weiteren Zuspitzung zwischen Russland und dem Westen erörtert, darunter die Sperrung von Vermögen der Zentralbank, so Wladimir Ossakowski von Bank of America Merill Lynch. Moskau habe offenbar beschlossen, die Risiken zu senken.

Erste Sanktionen gegen die russische Wirtschaft wurden am 20. März verhängt. Das US-amerikanische Finanzministerium setzte Personen und Unternehmen aus Putins Umfeld auf die Schwarze Liste.

Anschließend kündigten US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel neue Sanktionen ab Anfang Mai an, weil Moskau angeblich die Präsidentschaftswahl am 25. Mai in der Ukraine torpediere.

Die USA könnten es wie im Fall Iran machen und Transaktionen zwischen den russischen und US-Banken über Drittländer und über das US-Finanzsystem verbieten, so William Pomeranz vom Kennan Institute. Sollte es dazu kommen, drohe Russland die wirtschaftliche Isolierung. Moskau wolle dies um jeden Preis verhindern. Die EU habe bislang noch keine harten Sanktionen unterstützt, so Weafer.

Das Streben der USA, das eigene Bankensystem und den Zugang zur eigenen Währung als politische Waffen zu benutzen, könne dem Ruf der US-Währung und der Staatsanleihen schaden, so Weafer.

 

gefunden bei: http://de.ria.ru/zeitungen/20140516/268511052.html

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