Erdbeben in Mitteldeutschland

Naturereignis Erdbeben überrascht Mitteldeutschland

Fast 30 Jahre lang hat die Erde in Mitteldeutschland nicht mehr so stark gebebt wie am Samstag. Auf tschechischer Seite hatte es Hunderte Erdstöße gegeben, die in allen drei mitteldeutschen Ländern zu spüren waren. Schäden gab es im MDR-Sendegebiet keine. Ein Einzelfall war die Erderschütterung nicht. Experten erwarten wochenlange, neue Beben – sogenannte Schwarmbeben. Sie gelten als ungefährlich.

Aufzeichnung des Geophysikalischen Oberservatoriums Collm des Instituts für Geophysik und Geologie der Universität Leipzig zeigt den Seismogrammausschnitt des Erdbebens im deutsch-tschechischen Grenzgebiet

Ein Beben in Tschechien hat am Samstagmittag die Erde in allen drei mitteldeutschen Ländern zittern lassen. Wie das Geophysikalische Observatorium der Universität Leipzig in Wermsdorf dem MDR mitteilte, erreichten das Erdbeben eine Stärke von mindestens 4,2 auf der Richterskala. So etwas habe es zuletzt vor fast 30 Jahren gegeben. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover sprach sogar von einer Stärke von 4,4 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag auf der tschechischen Seite unter dem Ort Novy Kostel – rund zehn Kilometer vom sächsischen Ort Bad Brambach entfernt.

seismographische Aufzeichnung

MDR aktuell

Augenzeugin: „Es gab ein ganz dumpfes Stoßgeräusch“

Das Epizentrum lag auf tschechischer Seite – nahe der deutschen Grenze. Mit einer Stärke von 4,2 auf der Richterskala war das Beben in allen drei mitteldeutschen Ländern zu spüren.

31.05.2014, 19:30 Uhr | 01:26 min

Experte: Mit weiteren Beben ist zu rechnen

Dr. Siegfried Wendt

MDR aktuell

Geophysiker: „Die Ruhe vor dem Sturm“

31.05.2014, 19:30 Uhr | 02:14 min

Der Geophysiker Siegfried Wendt vom Observatorium sagte bei MDR aktuell, man müsse noch mit wochenlangen Beben rechnen. Möglicherweise falle eines „sogar eine halbe Magnitude stärker aus als das vom Samstag“, gefährlich sei es aber dennoch nicht für die Region. Man sei aber von der Stärke des Bebens überrascht gewesen, weil es in letzter Zeit eine vergleichsweise geringe seismische Aktivität in der Region gegeben habe. Das sei die sprichwörtliche „Ruhe vor dem Sturm“ gewesen, sagte Wendt. Das Vogtland erlebe aber häufiger sogenannte Schwarmbeben. Diese setzen sich aus tausenden kleineren wesentlich schwächeren Beben zusammen. Ähnlich starke Erdstöße wie vom Samstag hatte es zuletzt 1985/1986 gegeben.

Erdbeben überrascht Mitteldeutschland

Wo das Erdbeben zu spüren war

Menschen rannten auf tschechischer Seite aus ihren Häusern

abgestürzter Schornstein neben Haus in der tschechischen Region Cheb

Ein eingestürzter Schornstein in der Gemeinde Stribrna bei Cheb.

Schäden wurden nur nahe des Epizentrums auf tschechischer Seite festgestellt. Ein Augenzeuge aus der Region Cheb sagte dem tschechischen Fernsehen, die Menschen seien aus den Häusern gerannt.

Der tschechische Rundfunk berichtete, es habe kleinere Gebäudeschäden gegeben. Die Feuerwehr wurde zu eingestürzten Schornsteinen gerufen. Von mitteldeutscher Seite wurden bislang keine Schäden gemeldet.

Beben in allen drei mitteldeutschen Ländern zu spüren

Erdbebenzonen in Deutschland

Die Erdbebenzonen in Deutschland

Der Thüringer Erdbeben-Experte Klaus Klinge sagte dem MDR, das Beben sei im Vogtland, Ostthüringen und Nordböhmen aber auch in den mehr als 150 Kilometer entfernten Großstädten Leipzig und Dresden zu spüren gewesen.

Die Polizeistellen registrierten zahlreiche Anrufer besorgter Bürger, die von klirrenden Gläsern, wackelnden Fußböden oder schwankenden Häusern berichteten. Zu den Erdbeben bedrohten Gebieten in Deutschland zählen die Schwäbische Alb, das Vogtland sowie der Rheingraben.

Warum es unter dem Vogtland brodelt

Schwarmbeben sind im Vogtland nichts Ungewöhnliches. Experten vermuten unter der Erdoberfläche eine große Magmakammer, aus der immer wieder Gase entweichen. Die Energiefreisetzung erfolgt in Form kleinerer Beben. Stärkere Erdstöße – wie das vom Samstag – treten laut Geophysiker allerdings nur alle sieben Jahre auf. Diese Zeitspanne sei jetzt zweimal hintereinander kleiner ausgefallen. Der letzte große Schwarm sei vor nicht einmal drei Jahren gewesen. Ein Trend lässt sich Expertenangaben zufolge daraus aber noch nicht ablesen.

Original bei: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/erdbeben204_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html

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