Erste sächsische Kleinstadt mit E-Auto gibt Fahrzeug frustriert zurück

Kitzscher – Die Kleinstadt Kitzscher im Süden Leipzigs war 2012 die erste sächsische Land-Kommune, die auf Elektromobilität setzte. Doch jetzt tauscht Bürgermeister Maik Schramm (51, Freie Wähler) sein Elektroauto frustriert gegen einen Verbrenner ein – und zieht ein ernüchterndes Fazit.

„Wer soll mit der Energiewende anfangen, wenn nicht wir als Kommunen“ – das ist das Credo von Maik Schramm. So stellte der Maschinenbau-Ingenieur seine 5000-Einwohner-Stadt als eine der ersten Kommunen in Sachsen auf LED-Beleuchtung um, investierte in eine Solaranlage und schaffte 2012 für das Rathaus ein E-Mobil an.

Fünf Jahre später gibt Schramm den Citroën C-Zero nun an das Autohaus zurück. Und das ziemlich desillusioniert. „In Sachen Elektromobilität hat sich in den letzten Jahren nichts getan“, so sein enttäuschtes Fazit.

Die Ladeinfrastruktur sei weiterhin lückenhaft.

Noch nutzt Kitzschers Stadt-Hausmeister Dirk Grunert (48) das E-Mobil. Doch in Kürze wird es gegen einen Benziner getauscht.

E-Autos seien zudem noch immer viel zu teuer, findet Schramm. Die Reichweite der preiswerten Modelle habe sich auch nicht wirklich verbessert. „Mit den 150 Kilometern, die unser Citroën schafft, wurde es schon bei Fahrten nach Dresden richtig eng“, berichtet Schramm.

Und dann das Kartenchaos: Es habe bei Auswärtsfahrten drei verschiedene Karten gebraucht, um an den Ladestationen der einzelnen Anbieter Strom beziehen zu können, klagt Schramm. Letztlich machte die 21.890 Euro teure Anschaffung nur für den Hausmeister wirklich Sinn, der das E-Mobil nur in der Stadt nutzte.

Gerne hätte der Bürgermeister nun ein reichweitenstärkeres Elektroauto angeschafft. „Doch die Fahrzeuge sind noch immer so teuer, dass ich sie als Kommune nicht nehmen kann, weil das sonst gegen das Prinzip der sparsamen Haushaltsführung verstoßen würde“, erklärt Schramm.

Gibt sein E-Mobil-Experiment auf: Maik Schramm, Bürgermeister von Kitzscher, ist von der lahmen Entwicklung der Elektromobilität enttäuscht.

Der neue Rathauswagen wird deshalb ein Citroën Berlingo mit Benzinmotor sein – mit dem man 500 Kilometer am Stück fahren und überall problemlos tanken kann. Und mit 12.500 Euro ist er halb so teuer wie das preiswerteste Elektromobil.

 

Quelle: https://www.tag24.de/nachrichten/erste-saechsische-kleinstadt-mit-e-auto-gibt-fahrzeug-frustriert-zurueck-344994

Autor: rsvarshan

Rechtssachverständiger , der gelernt hat seinen Kopf zu benutzen.

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