Vater weg-kaputt-verroht

JOHANNA HAARER DIE DEUTSCHE MUTTER UND IHR ERSTES KIND PDF

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Zwischen Drill und Misshandlung: Johanna Haarers „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind

Zwischen Drill und Misshandlung Kindheit und Erziehung im Nationalsozialismus

Erfunden” haben die Nationalsozialisten die ‘Erziehung mit harter Hand’ nicht, aber wie so vieles andere auf die Spitze getrieben.

Johanna Haarers Kinderdrill-Bibel war in der Nazi-Zeit ein Bestseller. Nach 1945 verschwand Haarers Machwerk nicht, sondern wurde entnazifiziert und mit leicht verändertem Titel wieder aufgelegt. Bis in die 1980er Jahre trieb dieses Buch sein Unwesen — und hat bis zu seinem endgültigen Aus über viele Kinder unendliches Leid gebracht.

 

… Die ‘Bibel’ jeder jungen Mutter der damaligen Zeit war das Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Dr. Johanna Haarer. Diese Frau scheint mir eine rechte Preußin gewesen zu sein, denn ihr Hauptanliegen waren Sauberkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit im Messen und Wiegen, kurz ein sehr strenges Reglement …”


Das kleine Mädchen, Jahrgang 1937, das nach dem „preußischen“ Reglement der deutsch-österreichischen Lungenfachärztin Dr. Johanna Haarer großgezogen werden sollte, hatte Glück im Unglück:
Der Kinderarzt griff ein.

Die lieblose Aufzucht ihrer kleinen Tochter nur unter den Aspekten „Sauberkeit, Pünktlichkeit und Genauigkeit“ bekam der jungen Mutter nicht gut.
Der Kinderarzt diagnostizierte wenige Wochen nach der Geburt eine Unterernährung des Säuglings durch zu geringen Milchfluss.

Johanna Haarers Kinderdrill-Bibel wurde verbannt und das Baby durfte, wie später auch seine drei jüngeren Geschwister, ohne Ratgeber, dafür aber mit „Liebe und Kamillentee“ aufwachsen. (…)

 

Mutter da-kalt-roboter-gleich

Erziehung für den Führer

Um eine Generation aus Mitläufern und Soldaten heranzuziehen, forderte das NS-Regime von Müttern, die Bedürfnisse ihrer Kleinkinder gezielt zu ignorieren. Die Folgen dieser Erziehung wirken bis heute nach, sagen Bindungsforscher.

Mutter und Kind

Sie wolle ihre Kinder ja lieben – doch irgendwie schaffe sie es einfach nicht. Renate Flens kommt mit einer Depression in die Praxis der Psychotherapeutin Katharina Weiß. Die Expertin vermutet schon bald, dass hinter den Problemen ihrer Patientin im Grunde die Frustration steckt, Menschen nicht nah an sich heranlassen zu können.

Nach einer ausgiebigen Spurensuche in Flens‘ Vergangenheit glauben die beiden Frauen schließlich, eine Schuldige dafür gefunden zu haben: die Ärztin Johanna Haarer, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Ratgebern erklärte, wie man Kinder für den Führer erzieht. Dabei ist Renate Flens, die in Wirklichkeit anders heißt, gerade einmal in den 60ern – also erst nach dem Krieg geboren worden. Doch Haarers Bücher waren Bestseller. Auch im Deutschland der Nachkriegszeit fanden sich noch in fast jedem Haushalt Exemplare ihrer Werke. Von der Therapeutin darauf angesprochen, erinnerte sich auch Flens daran, ein Buch von Haarer im Regal ihrer Eltern gesehen zu haben. Und ein besonders perfider Aspekt von Haarers Erziehungsphilosophie könnte sogar von Generation zu Generation weitergegeben worden sein: Um sie zu guten Soldaten und Mitläufern zu machen, forderte das NS-Regime Mütter dazu auf, die Bedürfnisse ihrer Babys gezielt zu ignorieren. Sie sollten emotions- und bindungsarm werden. Wenn eine ganze Generation systematisch dazu erzogen worden ist, keine Bindungen zu anderen aufzubauen, wie kann sie es dann ihren Kindern oder Enkelkindern beibringen?

Autor: mengenlehre

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