Das Ende der Schweiz als „Banken – El -Dorado“ ???

Auslandsbanken in Bewegung

Massenauswanderung?

Daniel Imwinkelried Heute, 2. Mai 2014, 09:03
Morgan Stanley verkauft einen Teil der Aktivitäten in der Schweiz.
Morgan Stanley verkauft einen Teil der Aktivitäten in der Schweiz. (Bild: Reuters)
Die Auslandsbanken stehen vor einem Grundsatzentscheid: entweder in der Schweiz investieren oder das Land verlassen. Diverse haben sich für die zweite Variante entschieden, zuletzt Morgan Stanley.

Die Schweiz hat im Verwaltungsrat der Banque Internationale à Luxembourg (BIL) in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionsstoff gesorgt. Das Gremium habe sich wiederholt gefragt, ob man im Land weiterhin präsent sein wolle, sagt Michel Wohl, Chef der BIL Suisse. Die Bankleitung hat sich für das Bleiben entschieden, vor allem weil sie das Land im Private Banking immer noch für eine zugkräftige Marke hält. Wachstum ist aber zwingend. In Genf und Zürich verwaltet die Bank bloss 2 Mrd. Fr., und das ist laut Wohl zu wenig, um langfristig Erfolg zu haben.

Investieren und expandieren oder einen Schlussstrich unter das Kapitel Schweiz ziehen: Vor diesem Entscheid stehen derzeit alle Muttergesellschaften der 120 Auslandsbanken. Viele von ihnen sind verhältnismässig klein, weshalb sie noch mehr als einheimische Anbieter unter dem schwieriger gewordenen Umfeld leiden. Weil die Kommissionen weniger üppig fliessen als vor der Finanzkrise von 2008, hat die Rentabilität gelitten. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis ist im Vergleich mit den lukrativen Jahren vor 2008 um rund 10 Prozentpunkte auf über 70% stark gestiegen.

Einige Institute haben die Präsenz im Schweizer Private Banking bereits aufgegeben, darunter Santander, Lloyds und ABN Amro. Andere wie Standard Chartered, Morgan Stanley und die deutsche Deka (Swiss) Privatbank haben den Rückzug angekündigt. Letztgenannte wird ihre Tätigkeit hierzulande Ende Jahr einstellen, nachdem die verwalteten Vermögen stark auf 650 Mio. € geschrumpft sind. Künftig werden die Kunden vor Ort in Deutschland oder aus Luxemburg betreut. Morgan Stanley hat soeben angekündigt, dass die hieisigen Aktivitäten an J. Safra Sarasin veräussert werden.

Rückgänge bei den verwalteten Vermögen bzw. Nettoabflüsse mussten zuletzt die meisten Auslandsbanken verkraften, während es den einheimischen Anbietern auch in den schwierigen Jahren nach 2008 noch gelang, netto zusätzliche Vermögen anzuziehen. Diese Diskrepanz hat verschiedene Gründe. Zum einen führen die Auslandsbanken verhältnismässig viele Depots in Euro, und diese Währung hat gegenüber dem Franken stark an Wert eingebüsst. Zum anderen drängen auch die Auslandsbanken ihre europäischen Kunden dazu, Schwarzgeld im Heimatland zu deklarieren. Falls sich die Anleger dazu durchringen, kommt es häufig vor, dass Besitzer von verhältnismässig kleinen Vermögen dieses gleich auch repatriieren, sei es aus eigenem Antrieb oder auf sanften Druck der Bank hin, die ihre Rentabilität erhöhen muss.

Daneben zwingen auch neue und kostspielige Vorschriften die Finanzkonzerne, ihre globale Präsenz zu überdenken. In den Jahren vor der Finanzkrise herrschte in der Branche eine grosse Euphorie, was viele Institute dazu verleitete, ihre Aktivitäten auszubauen. Heute jedoch können sie sich das breite Angebot nicht mehr leisten. Dabei ziehen sich die Institute beileibe nicht nur vom Private-Banking-Platz Schweiz zurück. Lloyds Banking etwa stiess 2013 sowohl ihre hiesige Privatbank ab als auch Vermögensverwalter in Miami und Dubai. «Gebot der Stunde ist es, die Komplexität zu reduzieren», sagt Christoph Reich, Finanzchef der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Diese schloss 2013 ihre Schweizer Tochtergesellschaft, die trotz verwalteten Vermögen von 4 Mrd. Fr. wirtschaftlich nie auf einen grünen Zweig gekommen war. In Genf und Erlenbach betreut die LLB noch osteuropäische Kunden, wobei die beiden Einheiten nun dem Liechtensteiner Mutterhaus unterstehen.

Der Rückzug gestaltet sich unter Umständen aber schwierig. Interessenten stehen nicht Schlange, wenn eine Finanzgruppe einen Käufer für die Schweizer Tochterfirma sucht. Wie sehr man sich in Geduld üben muss, hat die Leitung der Versicherung Generali erfahren. Seit bald drei Jahren sucht sie vergebens einen Käufer für ihre Tessiner Tochter BSI.

Dabei harzt es nicht nur, weil der Steuerstreit mit den USA noch in der Schwebe ist und die Schweiz auch mit Frankreich sowie Italien keine endgültige Lösung gefunden hat, wie mit Steuersündern umgegangen werden soll. Meist sind die ausländisch beherrschten Schweizer Privatbanken auch selbständig operierende Firmen mit eigenem Backoffice. Etablierte Vermögensverwalter schrecken davor zurück, solche komplexen Gebilde zu akquirieren, da ihnen der Aufwand für deren Integration zu hoch erscheint. Viel lieber übernehmen sie bestimmte Kunden aus ausgewählten Ländern; anders als früher gehen die Banken dabei nicht mehr handstreichartig vor, indem sie beim Konkurrenten Betreuer abwerben und darauf zählen, dass ein Grossteil der Kunden ihren Bezugspersonen folgen wird. Stattdessen werden die Kunden im Einvernehmen mit dem Verkäufer transferiert.

Für die Angestellten haben solche Transaktionen meist schwerwiegende Folgen. Da die erwerbende Bank vor allem an den Vermögen interessiert ist und mit der Akquisition auch ihre Rentabilität steigern möchte, hat es für viele Mitarbeiter keinen Platz mehr in der neuen Organisation. Als die liechtensteinische LGT beispielsweise 2009 die Dresdner Bank Schweiz übernahm, verdoppelte sie auf diese Weise die verwalteten Vermögen auf 20 Mrd. Fr. und den Mitarbeiterbestand auf 600 Personen. Heute sind für das Liechtensteiner Institut in der Schweiz noch 400 Angestellte tätig.

Schweizer Töchter schaffen zu viele Probleme

Wenn sich Auslandsbanken zurückziehen, zehrt das an der Substanz des Finanzplatzes. Ist diese Entwicklung darüber hinaus ein Frühwarnindikator für den schleichenden Niedergang des Bankenplatzes? Oder verlieren die ausländischen Mutterhäuser mit ihren Schweizer Tochtergesellschaften ganz einfach die Geduld, weil sie nur wenige Prozente der Konzerneinnahmen generieren, derzeit aber in viele Probleme verstrickt sind wie in den Steuerstreit mit den USA?

In der Branche gehen die Meinungen dazu auseinander. Ein Alarmsignal ist sicher, dass sich in den vergangenen Jahren nur wenige neue Vermögensverwalter in der Schweiz niedergelassen haben. Gewisse Kreise geben dafür der Finanzmarktaufsicht Finma die Schuld, deren regulatorische Anforderungen zu streng seien. Andere glauben, dass mit dem Ende des «alten» Bankgeheimnisses die Schweiz grundsätzlich an Attraktivität eingebüsst habe. Marco Bizzozero, Chef der Deutschen Bank Schweiz, sieht den hiesigen Finanzplatz aber gleichwohl in einer guten Position. Ein Anbieter, der im Wealth-Management-Geschäft führend sein wolle, müsse hierzulande präsent sein, sagt er. Gemessen an den verwalteten Vermögen von 39 Mrd. Fr. gehört das Unternehmen zu den grössten Auslandsinstituten; die Einheit betreut dabei nicht nur Kunden, die ein Depot in der Schweiz wünschen, sondern sie ist auch für die Führung des Wealth-Management-Geschäfts in Europa (ohne Deutschland), im Mittleren Osten und in Afrika zuständig. Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bank Schweiz das Backoffice an B-Source ausgelagert, und derzeit installiert sie die Banken-Software von Avaloq. Beides sei ein Bekenntnis zum hiesigen Standort, sagen Vertreter der Bank.

Aufstrebendes Luxemburg

Dabei hat aber auch die Deutsche Bank ihre Strategie angepasst. In ihrem Fokus stehen jetzt schwerreiche Anleger, etwa aus den Schwellenländern, die zur Diversifikation einen Teil ihres Vermögens in der Schweiz deponieren. Sogenannte Affluent-Kunden, also Anleger mit einem Vermögen von einigen hunderttausend Franken, sollen dagegen möglichst in deren Heimatstaaten betreut werden. Das ist ein allgemeiner Trend bei den Auslandsbanken. Zwar richten sich nicht alle von ihnen nur auf sehr wohlhabende Anleger aus; bei der BIL beispielsweise oder der dänischen Jyske Bank ist man auch mit einem Vermögen von einigen hunderttausend Franken willkommen. Gleichwohl sind die Wunschkunden der Auslandsbanken heute mehrfache Millionäre, die in der Schweiz einen Hort der Sicherheit sehen.

Diese Klienten werden allerdings auch von Banken in London und Luxemburg umworben, und diese Finanzplätze weisen Vorzüge auf, die der Schweiz fehlen. Beiden steht der Zugang zum Finanzmarkt der EU offen. London bietet Anlegern ferner ein breites Angebot an Dienstleistungen, mit dem der hiesige Finanzplatz nicht mithalten kann. Auch Luxemburg entwickelt sich immer mehr zu einem ernsthaften Konkurrenten. Als Private-Banking-Standort sei die Schweiz zwar renommierter als das Grossherzogtum, sagt BIL-Suisse-Chef Wohl, dieses sei aber geschickt, wenn es darum gehe, Nischen zu finden. So hat Luxemburg eine starke Position im Geschäft mit Versicherungsmänteln inne, und mit dem SIF (spezialisierte Investmentfonds) existiert eine flexible Anlageform, die es gerade reichen Familien ermöglicht, ihr Vermögen zu strukturieren. Ein solches Instrument fehle in der Schweiz, bedauern Banker. Noch immer betreibe man hierzulande eben in erster Linie die traditionelle Vermögensverwaltung statt umfassendes Wealth Planning, das Themen wie Steuern und Erben einschliesse.

Russland-Forscher über die Ukrainekrise: „Wir schlittern in einen Krieg“

Nicht Putin habe die Ukrainekrise ausgelöst, sondern der Wunsch der USA, die Ukraine in die Nato zu holen, meint der Russlandforscher Stephen Cohen.

Ukrainischer Soldat in der Nähe von Slawjansk. Cohen sieht in der Ukrainekrise ist „ein kolossales Scheitern der US-Außenpolitik“.  Bild: ap

taz: Herr Cohen, US-Präsident Barack Obama spricht jeden Tag über die Ukraine und Russland. Und in Kiew geben sich CIA-Chef John Brennan, US-Außenminister John Kerry und Vizepräsident Joe Biden die Klinke in die Hand. Wie wichtig ist die Ukraine für die USA?

Stephen Cohen: Die Ukraine ist so wichtig für die politische Führung der USA, dass sie einen Krieg mit Russland riskiert. Warum das so ist, lässt sich nur sehr schwer erkennen. Denn hier findet keine öffentliche Debatte über diese Krise statt. Dabei befinden wir uns an einem historischen Wendepunkt. Letzten Sonntag hat die New York Times berichtet, dass Obama im Wesentlichen einen neuen Kalten Krieg gegen Russland deklariert und sich die alte Politik der Eindämmung zu eigen gemacht hat.

Was ist die offizielle Erklärung?

Sie lautet, dass die arme Ukraine nur Demokratie und ökonomischen Wohlstand wollte – durch das europäische Partnerschaftsangebot an den damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch vom November. Und dass Russland das verhindert habe. Manche meinen, dahinter stecke, dass Wladimir Putin die alte Sowjetunion zurückhaben will. Andere, dass er zu Hause Macht verliere und einen Krieg und Nationalismus brauche, um sich ein Schicksal wie Ägpytens Präsident Husni Mubarak oder Janukowitsch zu ersparen. Aber alle meinen, dass Amerika Putin stoppen muss. Weil er anderenfalls auch in die baltischen Staaten und nach Polen gehen würde.

Was ist daran so anders als in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Debatte und zumindest drei ehemalige Bundeskanzler, die die EU-Politik gegenüber Russland und der Ukraine kritisieren. Da sind Schröder und Schmidt. Und der Interessanteste ist Kohl. Er kennt die Geschichte der deutschen Vereinigung. Er weiß, welche Zusagen es damals an Russland gab. Unter anderem, dass die Nato nicht expandiert. Auch er hat die EU kritisiert. Und damit Merkel. In Amerika äußert kein Expräsident Kritik. Wo ist Bill Clinton? Er hat in den 90er Jahren die Freundschaft mit Russland versprochen. Er schweigt. Wo ist Jimmy Carter?

Wie erklären Sie das Schweigen der US-amerikanischen Elite?

Beide Parteien – Demokraten und Republikaner – sind tief verwickelt. Seit den 90er Jahren haben Clinton, Bush und Obama eine Politik gemacht, die Russland umzingelt.

im Interview:

Stephen F. Cohen

Stephen F. Cohen

Der 76-Jährige ist einer der bekanntesten Russlandforscher der USA. Er hat sich auf Russland seit der Oktoberrevolution und auf die russisch-US-amerikanischen Beziehungen spezialisiert. Zahlreiche Bücher über den Stalinismus und Russland nach dem Ende der Sowjetunion hat er veröffentlicht und ist Kommentator in linken US-Medien. Er ist Professor emeritus der Unis New York und Princeton. Kürzlich beklagte er in der Wochenzeitung The Nation die „Dämonisierung von Putin“ in den US-Medien. Cohen lebt in New York.

Sie betrachten die Russlandpolitik der USA der letzten 20 Jahre als gescheitert?

Die Ukrainekrise ist ein kolossales Scheitern der US-Außenpolitik. Sie hat uns an den Rand eines Krieges gebracht. Und alle US-Präsidenten seit Clinton sind Komplizen.

Sehen Sie einen Zusammenhang mit der US-amerikanischen Umorientierung nach Asien?

Obamas Japan-Politik scheint gescheitert. Die westlichen Reaktionen auf die Krim und die Ukraine haben China näher an Russland gebracht. Ich würde sagen, wenn sich irgendwer zu Asien hinwendet, dann ist es Putin, nicht Obama.

Spielt Edward Snowden eine Rolle?

Wenn eines Tages die Geschichte geschrieben wird, wie wir ganz nah an einen Krieg mit Russland gekommen sind, müssen wir viel weiter zurückgehen.

Wie weit?

Es beginnt in den 90er Jahren, mit der Entscheidung, die Nato von Deutschland aus bis an die russische Grenze zu bewegen. Die Nato ist jetzt im Baltikum. Im November 2013, als das Angebot der EU an die Ukraine abgelehnt wurde, sehen wir zwei Dinge: die Edward-Snowden-Affäre und die Olympischen Spiele von Sotschi. Beide waren zentrale Teile der amerikanischen Berichterstattung über die Ukrainekrise. Aber die Spiele sind vorbei. Und Snowden ist nur eine Fußnote. Er wäre nicht in Russland, wenn wir ihm nicht den Pass abgenommen und lateinamerikanische Länder unter Druck gesetzt hätten. Und ohne die Ukrainekrise wäre Snowden heute vermutlich in Deutschland.

Was also ist der Plan hinter Obamas Russlandpolitik?

Die Ukraine in die Nato bringen. Darum geht es die ganze Zeit. Und Merkel, die 2008 gegen einen Nato-Beitritt der Ukraine war und die Russland versteht und die zumindest mit Putin reden kann – die arme Merkel ist in eine unmögliche Lage geraten. Wir hätten die ukrainische Situation im November an Merkel übergeben sollen. Sie hätte eine Lösung gefunden. Die Amerikaner sind viel zu ideologisch. Und Obama ist eindeutig nicht gut in Außenpolitik.

Wenige Stunden vor der Flucht von Janukowitsch aus Kiew waren drei europäische Außenminister in Kiew und haben mit ihm gesprochen. Einer davon war der deutsche. Sind nicht auch die drei – Steinmeier inklusive – mit gescheitert?

Die drei hatten ein Abkommen ausgehandelt, das Janukowitsch bis Dezember als Präsident im Amt gelassen hätte und eine Regierung der Aussöhnung beinhaltete. Russland hatte nichtöffentlich zugestimmt, Geld zu geben. Es sah wie der beste Weg aus. Ohne Gewalt. Das Abkommen wurde von den Radikalen auf der Straße zerstört.

Was hätten die drei europäischen Minister tun sollen?

Sie hätten den drei Typen, den ukrainischen Führern Tjagnybok, Klitschko und dem komissarischen Prermierminister Jazenjuk sagen können: Wenn ihr unsere Unterstützung wollt, müsst ihr Janukowitsch schützen und die Straße stoppen. Stattdessen sind sie abgehauen. Nachdem sie gescheitert waren, haben sie eine neue, nicht gewählte, illegitime Regierung umhegt, die nicht auf der Grundlage ihres Abkommens an die Macht gekommen ist. Das ist ein Skandal. Und sie haben die ganze Sache an den polnischen Außenminister übergeben. Das Mindeste, was man über den sagen kann, ist, dass er, in Sachen Russland ein Radikaler ist. Jetzt haben die Polen und die Radikalen auf den Straßen, unter denen auch Neofaschisten sind, das Sagen. Und die Geschichte entwickelt sich auf einen Krieg hin. Ich weiß nicht, warum Merkel nicht interveniert hat. Sie steht unter enormem Druck. Ich vermute, sie hat kapituliert.

Die Bundeskanzlerin trifft am Donnerstag den US-Präsidenten in Washington. Es wird auch um die Ukraine gehen. Welchen Rat geben Sie ihr?

Ich hoffe, dass Merkel unverblümt zu Obama sagt, wie gefährlich die Situation ist. Und dass die USA und die EU genauso dafür verantwortlich sind wie Russland. Ich habe keinen Zweifel, dass sie es weiß. Sie sollte Obama beruhigen. Und ihm erklären, dass die Dinge, die er und Kerry sagen, nicht stimmen.

Was stimmt nicht?

Erstens hat nicht Putin diese Krise begonnen. Es gab keine russische Aggression. Diese Krise begann, als die Europäische Union Janukowitsch im November ein Entweder-oder-Ultimatum gestellt hat. In den Protokollen des Abkommens ist die Nato zwar nicht explizit erwähnt, aber die Sicherheitsbedingungen hätten die Ukraine zu einer Art Ehrenmitglied der Nato gemacht. Zweitens ist falsch, dass Putin hinter allem steckt, was in der Ostukraine passiert. Die USA haben mehr Kontrolle über die Regierung in Kiew als Putin über die Aufständischen im Osten.

Aber auch Putin hat die Ukraine im vergangenen Herbst unter Druck gesetzt, sich zu entscheiden.

Das stimmt nicht. Im Vorfeld des November haben sowohl Putin als auch Russlands Außenminister Sergei Lawrow Brüssel verschiedentlich gefragt: Warum stellt ihr die Ukraine vor eine Entweder-oder-Wahl? Und angeboten, mit der EU und der Ukraine einen Drei-Parteien-Mini-Marshallplan auszuhandeln. Putin wusste, dass eine gleichzeitige Zugehörigkeit der Ukraine zu einer EU-Wirtschaftsgemeinschaft und zu seiner eurasischen Gemeinschaft problematisch sein könnte. Aber er schlug vor, die Entscheidung für ein oder zwei Jahre zu verschieben. In der Zwischenzeit sollten EU-Wirtschaft und russische Wirtschaft in der Ukraine kooperieren.

Vielen erschien das unrealistisch.

Sie können sagen, das war ein unmöglicher Weg. Oder es war ein Trick. Aber die Ablehnung durch Brüssel und Washington hat die Krise beschleunigt. Die Ukraine ist ein tief gespaltenes Land. Es mag einen ukrainischen Staat gegeben haben, als die Krise begann. Aber es gab immer – Geschichte, Gott oder Schicksal – zwei oder sogar drei ukrainische Länder: der Westen, der Osten und die Zentralukraine. Die Westukraine hatte immer eine Affinität zu Europa, die Ostukraine zu Russland. Es war ein schwerer Fehler, dieses tief gespaltene Land zu einer schicksalhaften Entscheidung zwischen Westen und Osten zu drängen. Was wir jetzt erleben, ist der Niederschlag dieses Fehlers.

Präsident Obama ist gegen Militärinterventionen – sowohl in der Ukraine als auch anderswo.

Er will der Präsident sein, der die amerikanischen Kriege beendet und die Amerikaner nach Hause bringt. Er will nur mit Drohnen kämpfen. Er will keinen Krieg. Aber er verfolgt eine Politik, die dazu führt, dass ein Krieg möglich wird. Ein Leader, der eine Politik macht, die gegen seine eigenen Ziele verstößt, ist ein schlechter Leader. Dabei hatte Obama einen Partner in Putin, zumindest einen potenziellen Partner. Putin hat Obama in Syrien vor einem Krieg bewahrt, indem er Assad dazu gebracht hat, die Chemiewaffen zu zerstören.

Sie nennen den neuen Kalten Krieg gefährlicher als den alten. Warum?

Sein Zentrum liegt nicht in Deutschland – weit weg von Russland –, sondern weiter östlich, direkt an der russischen Grenze. Alles ist da möglich. Während des ersten Kalten Krieges gab es stabilisierende Verhaltensregeln. Manchmal wurde eine Regel gebrochen. Zum Beispiel, als Chruschtschow 1962 die Raketen nach Kuba gebracht hat. Aber im Allgemeinen wurden die Regeln beachtet. Im jetzigen Kalten Krieg gibt es keine Regeln. Es gibt lauter außer Kontrolle geratene Akteure.

Wen meinen Sie?

Typen mit Masken, die in der Westukraine herumlaufen, wo die Situation genauso brenzlig ist wie in der Ostukraine. Wir haben eine illegitime Regierung in Kiew. Wir haben Leute in Russland, die genervt und nicht unter Putins Kontrolle sind. Und wir haben die Abwesenheit einer Debatte in Washington. Die Situation ist außer Kontrolle. Deswegen nähern wir uns einem Krieg. Es könnte jederzeit passieren. Die Gefahr des Krieges ist nicht, dass jemand einen Krieg plant, sondern dass rücksichtslose politische Entscheidungsträger – vor allem im Westen – eine Situation geschaffen haben, in der ein Krieg möglich ist.

In den USA wissen die meisten Menschen nicht einmal, wo die Ukraine liegt. Wieso sollten sie bereit sein, wegen der Ukraine in einen Krieg zu ziehen?

Hier wusste auch niemand, wo Vietnam liegt. Oder der Irak oder Afghanistan. Kriege werden von Eliten gemacht, nicht vom Volk. Und die Eliten verfolgen oft eine Politik, die so unklug ist, dass sie in einen Krieg schlittern, den sie nicht antizipiert haben.

Werden die Sanktionen gegen Russland etwas bewirken?

Sie werden wehtun. Aber sie werden Putins Politik nicht ändern. Falls die wirtschaftliche Lage in Russland so schmerzhaft wird, dass es dort einen Maidan gibt, sollten Sie beten. Denn Russland ist das territorial größte Land der Welt und hat mehr Massenvernichtungswaffen als jedes andere Land. Wenn sich Russland auf die Art fragmentiert wie die Ukraine, ist niemand mehr sicher.

Traditionell bedeutet Kalter Krieg, dass sich zwei ideologisch konträre Mächte gegenüberstehen. Gegenwärtig haben wir das nicht.

Doch. Unsere Ideologie ist Freiheit, Demokratie, der Aufstieg des Individuums, ökonomischer Wohlstand, freie Märkte und ökonomische Integration. Russland lehnt diese Werte zwar nicht ab. Sagt aber, dass sie quer durch die Welt Unheil anrichten. Und dass die traditionellen Werte Europas nicht auf dem Individuum, sondern auf der Familie basieren und auf sozialen Wohlfahrtsstaaten statt auf Austerität sowie auf der Souveränität von Nationen. Russland sagt, dass es traditionelle Werte verteidigt und dem amerikanischen Regimewandel widerstehen will.

Kalter Krieg impliziert auch eine globale Konfrontation. Aber in den USA heißt es, dass die internationale Gemeinschaft einig gegen Putin sei.

Einige der meistbevölkerten Länder der Welt stehen im Wesentlichen hinter Russland: China, Iran, Lateinamerika, Indien. Wir können Russland nicht isolieren. Dieser Kalte Krieg wird immer internationaler. Und es ist ein weiteres Missverständnis, wenn gesagt wird, Russland sei schwächer als die Sowjetunion. Der Konflikt findet an Russlands Grenzen statt. Daher ist Russlands Entschlossenheit sehr viel größer als die des Westens. Und wir dürfen nicht vergessen, dass dieser Konflikt sehr schnell atomar werden könnte. Die russische Militärdoktrin beinhaltet den Einsatz taktischer Atomwaffen, wenn das Land von konventionellen Waffen aus dem Westen überwältigt wird. Das würde ich an der Stelle von Obama nicht testen wollen.

Betrachten Sie das Geschehen im Inneren der Ukraine als „Stellvertreterkrieg“? Wie früher in afrikanischen und asiatischen Ländern?

Die Regierung in Kiew kontrolliert nicht einmal den Westen. Auch wenn sie dort Unterstützung genießt. Im Osten des Landes hat sie keine Unterstützung. Sowohl im Osten als auch im Westen sind Kämpfer unterwegs. Das enthält die Gefahr von Bürgerkrieg. Wenn dieser Bürgerkrieg ausbricht, wird Russland wahrscheinlich im Osten eingreifen und die Nato im Westen. Damit kommen wir von einem Bürgerkrieg zu einem Ost-West-Krieg. Dies ist mehr als ein Stellvertreterkrieg.

Was wäre das beste – oder am wenigsten schlechte – Ergebnis dieser Krise ?

Ein diplomatischer Weg aus der Krise ist immer noch möglich. Es gibt immer noch die Möglichkeit, die russischen Vorschläge vom 17. März zu verhandeln. Sie beinhalten Neuwahlen: nicht nur des Präsidenten, sondern auch des Parlaments. Und eine neue Verfassung, die einen föderalen ukrainischen Staat schafft. Mit den Garantien, die Putin genannt hat, von Europa, von Russland und von der UN. Das wäre das beste Ergebnis.

Und wenn das unmöglich ist?

Dann müssen wir uns fragen, ob zwei Ukrainen besser wären als eine Ukraine im Bürgerkrieg. Eine Teilung der Ukraine, vergleichbar mit Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber vielleicht ist die Ukraine zu kompliziert dafür. Und es würde auf jeden Fall zu Bürgerkrieg führen. Der wahrscheinlich zu einem Krieg zwischen dem Westen und Russland führen würde.

Quelle: http://taz.de/Russland-Forscher-ueber-die-Ukrainekrise/!137733/

 

Drehteams von SkyNews, CBS und ein Buzzfeed-Journalist in Ukraine vermisst

 

Drehteams von SkyNews, CBS und ein Buzzfeed-Journalist in Ukraine vermisst

STIMME RUSSLANDS Die Verbindung zu den Drehgruppen des britischen TV-Senders SkyNews und des US-amerikanischen Senders CBS, die sich derzeit im Gebiet Donezk aufhalten, wurde abgebrochen, berichtet die Agentur „Nowosti Donbassa“.

„Zu den Mitarbeitern dieser Medien-Unternehmen besteht keine Verbindung, seitdem sie nach Konstantinowka gekommen sind. Unter den vermissten Journalisten sind Clarissa Ward, Erin Lyall, Andy Srevenson, Geoff Mabberley“, steht in der Mitteilung.

Außerdem werden seit dem Freitagmorgen der Journalist der US-Ausgabe Buzzfeed, Mike Giglio, und die Dolmetscherin Elena Glasunowa vermisst. Sie fuhren nach Slawjansk, wo derzeit die zweite Phase des Spezialeinsatzes ukrainischer Sicherheitskräfte läuft.

Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2014_05_02/Drehteams-von-SkyNews-CBS-und-ein-Buzzfeed-Journalist-in-Ukraine-vermisst-1194/

Deutsche Wirtschaft appelliert an Merkel: Keine weiteren Sanktionen gegen Russland

Thema: Sanktionen gegen Russland

Volkswagen AG
09:49 02/05/2014
 
MOSKAU, 02. Mai (RIA Novosti)
 

 

Deutsche Großunternehmen rufen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die von den USA initiierte Verhärtung von Sanktionen gegen Russland nicht zu unterstützen, schreibt die „Wall Street Journal“ am Freitag.

„Die größten deutschen Unternehmen, darunter BASF SE, Siemens AG, Volkswagen AG, Adidas AG und Deutsche Bank AG, sind öffentlich gegen eine Erweiterung von Wirtschaftssanktionen gegen Russland aufgetreten“, heißt es. Laut dem Artikel bekommen offizielle Persönlichkeiten Deutschlands zahlreiche Anrufe von Chefs diverser Gesellschaften mit dem Aufruf, „keine Schritte zu unternehmen, die ihren Wirtschaftsinteressen in Russland schaden könnten“.

Der Zeitung zufolge forderte Eckhard Cordes, Chef des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft, die Regierung auf, die Situation am Verhandlungstisch friedlich zu regeln.

Quelle: http://de.ria.ru/politics/20140502/268401805.html

Ukrainische Soldaten in Slawjansk: Einwohner bilden lebenden Schild

Thema: Entwicklung in Ostukraine

Aktivisten einer Föderalisierung des Landes in Ost-Ukraine
14:01 02/05/2014
 
SLAWJANSK, 02. Mai (RIA Novosti).
 

 

Bürger des ostukrainischen Slawjansk, wo die Sicherheitskräfte der Kiewer Führung unter Einsatz von Panzer- und Luftfahrzeugen eine Sonderoperation gegen die Befürworter einer Föderalisierung des Landes gestartet hatten, haben auf den Zufahrtswegen der Stadt einen lebenden Schild gebildet, wie ein Korrespondent von RIA Novosti berichtet.

Am Stadtrand in der Nähe des Bahnhofs waren etwa zehn Panzer der ukrainischen Armee stehen geblieben, denen sich gegenüber unbewaffnete Stadteinwohner, darunter Frauen und ältere Menschen, aufstellten. Einige von ihnen halten Georgsbänder in der Hand, das ein Symbol für die Föderalisierung des Landes geworden sind. Die Situation ist angespannt. 

Die ukrainische Armee hatte am Freitagmorgen eine groß angelegte Offensive auf Slawjansk begonnen. Es soll bereits erste Opfer gegeben haben.

Moskau hat das Vorgehen der Behörden in Kiew als eine Strafaktion bezeichnet, die faktisch die letzte Hoffnung auf die Lebensfähigkeit der Genfer Vereinbarungen über die Deeskalation der Lage in der Ukraine zerstöre.

 

Quelle: http://de.ria.ru/politics/20140502/268402974.html

Der Kreditkarten-Anbieter MasterCard ist über Russlands Pläne zur Schaffung eines nationalen Zahlungs-Systems besorgt. Eine konkurrierende russische Kreditkarte wäre ein ernsthaftes Problem, so der US-Konzern.

 

putin sanktionen

Der US-Kreditkarten-Anbieter MasterCard ist über die Pläne Russlands zur Schaffung eines eigenen nationalen Zahlungssystems besorgt.

Eine konkurrierende Karte könne für die Mastercard-Aktivitäten in Russland zum ernsthaften Problem werden, warnte das Unternehmen am Donnerstag bei Vorlage seiner Quartalszahlen. Die Einnahmen in Russland stellten aber nur zwei Prozent des Mastercard-Gesamtumsatzes dar. Die von den USA gegen Russland verhängten Sanktionen hätten sich im ersten Quartal nicht bemerkbar gemacht.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Ende März die Gründung einer eigenen Gesellschaft für Kreditkarten angekündigt (mehr hier). Die USA hatten zuvor in der Ukraine-Krise Sanktionen gegen die Rossija-Bank verhängt. Sie ist die Hausbank enger Verbündeter Putins.

Dank der Konsumlaune seiner Kunden verdiente Mastercard im ersten Quartal deutlich mehr. Der Gewinn kletterte um 14 Prozent auf 870 Millionen Dollar, wie der zweitgrößte Kreditkarten-Anbieter nach Visa mitteilte. Das Transaktionsvolumen erhöhte sich um zehn Prozent.

Visa hatte zuletzt betont, die Sanktionen gegen Russen gingen zulasten des Transaktions-Volumens und das Umsatzwachstum werde sich deswegen im laufenden Quartal weiter verlangsamen. Visa und MasterCard haben wegen der politischen Krise ihre Allianz mit zwei russischen Banken eingestellt.

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/02/mastercard-der-erste-us-konzern-fuerchtet-russischen-konter/

Deregulierung von Dienstleistungen Geheimverhandlungen in Genf

Ein Artikel aus der taz ( http://.taz.de ), den ich finde hier besonders erwähnt und veröffentlicht zu werden. Wird doch hier einmal wahrheitsgemäß berichtet, was die sogenannten Eliten weiter mit der Weltbevölkerung vor haben.
hier nun der Artikel:
Wasser, Gesundheit, Bildung: Derartige Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge wollen die EU und weitere 22 Staaten noch weiter privatisieren.von Andreas Zumach

Wasser ist für alle da! Oder?  Bild:  ap

GENF taz | Öffentliche Dienstleistungen zur Gesundheits-, Wasser- und Energieversorgung, bei der Bildung, im Finanzsektor sowie in allen anderen Bereichen sollen über das bereits in den letzten 20 Jahren erreichte Ausmaß dereguliert und internationaler Konkurrenz ausgesetzt werden.

Selbst wenn Privatisierungen scheitern oder sich als zu teuer erwiesen haben, sollen Regierungen oder Verwaltungen künftig das Recht verlieren, Dienstleistungen wieder in die öffentliche Hand zu überführen. Nationale Bestimmungen zum Schutz von Umwelt, Verbrauchern oder Beschäftigten sollen ungültig werden, wenn sie den „freien Markt“ mit Dienstleistungen behindern.

Das sind laut Verhandlungsmandat die Ziele für ein Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen (Trade in Services Agreement, Tisa), zu dessen Verhandlung Vertreter von 22 Staaten und die EU-Kommission am Montag nach Genf kommen.

Hauptinitiatoren sind neben der EU die USA, Kanada, Japan und Australien. Beteiligt sind zudem Südkorea, die Türkei, die Schweiz sowie Länder Lateinamerikas und Asiens. Die insgesamt 50 Staaten nennen sich selbst „Die wahren, guten Freunde von Dienstleistungen“. Sie bestreiten in dem Wirtschaftssektor 75 Prozent des Welthandels.

Noch weiter als das Gats-Abkommen

Die Staaten versuchen seit vielen Jahren innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) vergeblich, das 1994 mit Gründung der WTO vereinbarte „Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen“ (General Agreement on Trade in Services, Gats) so weit wie möglich auszuweiten. Das seinerzeit bereits von Globalisierungskritikern bekämpfte Gats enthält noch Ausnahme- und Schutzklauseln für Dienstleitungsbereiche, die besonders sensibel oder von hohem öffentlichen Interesse sind.

Diese Klauseln sollen in einem neuen Abkommen ebenso wegfallen wie die im Gats enthaltene Möglichkeit, gescheiterte oder zu kostspielige Privatisierungen wieder zu korrigieren. Dann wären die zuletzt von vielen Städten in Deutschland getätigten Rückübernahmen privatisierter Energie- und Wasserunternehmen in kommunale Trägerschaft unmöglich, genauso wenig wie die Renationalisierung der in den 80er Jahren mit katastrophalen Folgen privatisierten britischen Eisenbahnen.

Auch die Gats-Regeln, die nationalen Arbeits- und Sozialgesetzen, Umwelt-und Verbraucherschutzbestimmungen bislang noch Vorrang vor einem deregulierten globalen Dienstleistungsmarkt einräumen, sollen gestrichen werden.

Hinter verschlossenen Türen

All diese Forderungen konnten ihre Befürworter innerhalb der WTO bislang nicht durchsetzten. Daher finden die Tisa-Verhandlungen auch nicht im institutionellen Rahmen und nach den Regeln der WTO in ihrer Genfer Zentrale statt, sondern hinter für Journalisten und Nichtregierungsorganisationen verschlossenen Türen der australischen UNO-Botschaft.

Auf Geheimhaltung wird offenbar stärker geachtet als bei den bisherigen Verhandlungen im Rahmen der WTO. So haben die USA zur Bedingung gemacht, dass ihre Forderungen „für fünf Jahre nach Inkrafttreten eines Tisa-Abkommens oder nach ergebnislosem Ende der Verhandlungen geheim gehalten halten werden müssen“.

In der EU waren – wie schon bei den WTO-Verhandlungen der letzten 20 Jahre – weder das Europäische Parlament noch Parlamente der 28 Mitgliedstaaten an der Erarbeitung der Positionen und Forderungen beteiligt, die die EU-Kommission im Namen der Länder einbrachte. „Die EU muss ihre Tisa-Verhandlungspositionen umgehend veröffentlichen“, fordert die Nichtregierungsorganisation Public Services International in einer neuen Studie.

Original bei: http://m.taz.de/Deregulierung-von-Dienstleistungen/!137455;m/

Washington treibt die Welt in einen Krieg

Der CIA-Direktor wurde nach Kiew entsandt, um eine militärische Unterdrückung von russischen Separatisten in den östlichen und südöstlichen Landesteilen der Ukraine in Gang zu setzen. Bei diesen Regionen handelt es sich um ehemalige russische Territorien, die in den meisten Fällen in der frühen Phase des Sowjetreichs törichterweise der Ukraine zugeschlagen wurden. Der Plan Washingtons nach der Ukraine zu greifen, übersah, dass sich die russischen und russisch-sprachigen Gebiete der Ukraine wahrscheinlich weder für eine Eingliederung in EU und NATO aussprechen, noch einer Verfolgung der russisch-sprachigen Bevölkerung unterwerfen würden.

Washington hat die Halbinsel Krim verloren, von der aus Washington beabsichtigte, Russland aus seiner Schwarzmeerflottenbasis hinauszuwerfen. Anstatt zuzugeben, dass der eigene Plan eines Griffs nach der Ukraine gescheitert ist, ist man in Washington nicht dazu in der Lage, einen Fehler einzugestehen. Und eben deshalb wird diese Krise in der Ukraine in immer gefährliche Dimensionen eskalieren.

Falls sich die Ukraine im Zuge einer Sezession auflösen und die ehemals russischen Regionen abermals Russland zufallen sollten, wird sich Washingtons Frust nur noch vergrößern, weil das Ergebnis des in Kiew angezettelten Coups eine Wiedereingliederung der russischen Regionen der Ukraine in die Russische Föderation gewesen wäre. Um der eigenen Schmach nicht ins Gesicht zu blicken, eskaliert Washington die Krise nun hin zum Ausbruch eines Krieges.

Der CIA-Direktor instruierte Washingtons sorgfältig auserlesene Marionettenregierung in Kiew, sich an die Vereinten Nationen mit der Bitte um Hilfe zu wenden, um „Terroristen“ zurückzuschlagen, die die Ukraine angeblich mit vermeintlicher Unterstützung Russlands attackierten. In Washingtons Vokabular entspricht Selbstbestimmung einem Anzeichen für russische Intervention. Da die Vereinten Nationen im Wesentlichen eine durch Washington finanzierte Organisation sind, wird Washington auch bekommen, wonach es ersucht.

Die russische Regierung hatte bereits vor einigen Wochen glasklar bekannt gemacht, dass eine Anwendung von Gewalt gegen Protestler im Osten und Süden der Ukraine den Kreml dazu nötigen werde, russische Streitkräfte zu entsenden, um russisch-stämmige Ukrainer zu verteidigen. Ebenso verhielt es sich im Fall Südossetiens, in dem Russland auf dieselbe Weise handeln musste, nachdem Washington seine georgische Marionettenregierung dazu instruierte, russische Friedenstruppen und russische Einwohner Südossetiens zu attackieren.

Washington ist sich darüber bewusst, dass Russlands Regierung nicht an der Seitenlinie verharren kann, um dabei zuzuschauen, wie Washingtons Marionettenregierungen Russen attackieren. Nichtsdestotrotz eskaliert Washington die Krise hin zum Ausbruch eines Krieges.

Russland sieht sich der Gefahr ausgesetzt, dass der Kreml auf Diplomatie, internationale Organisationen, internationale Kooperation sowie auf den gesunden Menschenverstand und die Selbstinteressen deutscher Politiker und Politikern in anderen europäischen Vasallenstaaten Washingtons setzen wird.

Russland könnte hier einen kardinalen Fehler begehen. Denn es gibt in Washington keinerlei Hang zum Zeigen guten Willens, sondern man trifft dort einzig und allein auf Verlogenheit. Russlands Zögern verschafft Washington Zeit, um Streitkräfte an Russlands Grenzen sowie in der Schwarzmeerregion aufzubauen und Russland mit allen Mitteln der Propaganda zu dämonisieren, während die eigene US-Bevölkerung in Kriegsekstase versetzt wird. Letzteres lässt sich bereits beobachten.

Kerry hat gegenüber Lawrow deutlich gemacht, dass Washington nicht bereit dazu ist, Russland zuzuhören. Da Washington gut schmiert, sind auch Washingtons europäische Vasallenstaaten nicht dazu bereit, Russland zuzuhören. Geld steht für europäische Politiker weitaus höher im Rang als das Überleben der Menschlichkeit/Menschheit.

Aus meiner Perspektive strebt man in Washington überhaupt keine diplomatische Beilegung der Krise in der Ukraine an. Unter Umständen könnte es sein, dass Russlands bester Schritt auf einer sofortigen Okkupation der russischen Territorien in der Ukraine basieren könnte, um diese Gebiete wieder in die Russische Föderation einzugliedern, woher sie stammen. Und dies sollte geschehen, bevor die USA und deren in der NATO zusammengefassten Vasallenstaaten auf einen Krieg vorbereitet sind.

Es wird sich für Washington als viel schwieriger erweisen, einen Krieg zu beginnen, falls die umstrittenen Gebiete bereits als verloren angesehen werden müssen. Russland wird durch eine endlose Propaganda aus Washington dämonisiert, egal ob es seine traditionell zugehörigen Territorien wieder eingliedert oder nicht. Falls Russland dabei zusehen sollte, wie diese Territorien durch Washington unterdrückt werden, werden sowohl Prestige als auch Autorität der russischen Regierung kollabieren. Vielleicht ist es genau dieser Aspekt, auf den man in Washington baut.

Falls Putins Regierung an der Seitenlinie verharren sollte, während die russischen Gebiete in der Ukraine unterdrückt werden, wird Putins öffentliches Prestige abstürzen. Washington wird die russische Regierung daraufhin durch eine Aktivierung seiner eigens finanzierten Hundertschaften von NGOs erledigen, die Russlands Regierung auf törichte Weise auf eigenem Boden tolerierte. Russland befindet sich dann in einem Kampf mit Washingtons fünfter Kolonne.

Wie ich in einem früheren Bericht ausführte, gerät der US-Dollar zurzeit an mehreren Fronten unter Druck. Eine dieser Fronten leitet sich aus den törichten Drohungen des Obama-Regimes ab, Russland mit wirtschaftlichen Sanktionen zu belegen. Andere Staaten sind nicht mehr länger dazu bereit, Washingtons Missbrauch des weltweiten Dollarstandards zu tolerieren. Washington nutzt das in US-Dollar denominierte internationale Zahlungssystem, um ganzen Ökonomien anderer Staaten Schaden zuzufügen, die sich Washingtons politischen Hegemoniebestrebungen widersetzen.

Russland und China reicht es jetzt ganz offensichtlich. Wie ich in der Vergangenheit ausführte – und wie Peter Koenig in diesem Artikel berichtet – beginnen sowohl Russland als auch China ihren internationalen Handel vom US-Dollar abzukoppeln. Es zeichnet sich ab, dass Russland seinen Handel schon bald – inklusive des Verkaufs von Rohöl und Gas an Europa – auf Basis des Rubels und anderen Währungen seiner BRICS-Partner abrechnen wird.

Meiner Ansicht nach haben die Regierungen Russlands und Chinas ernsthafte strategische Fehler begangenen, indem sie bis heute Teil des in US-Dollar denominierten internationalen Zahlungssystems blieben. Die BRICS-Länder und alle andere Staaten, die über Hirn verfügen, sollten sofort aus diesem Dollarsystem austreten, welches das Rückgrat des Mechanismus des US-Imperialismus bildet. Die BRICS-Länder sollten so schnell wie möglich ein eigenes und vom Dollarstandard separiertes Zahlungssystem aus der Taufe heben. Gleiches gilt auch für einen Aufbau eigener und exklusiver Kommunikations- und Internetsysteme.

Russland und China haben diese strategischen Fehler auf dümmliche Art und Weise begangen, weil sie nach wie vor von ihrem kommunistischen Versagen und einer Politik der Unterdrückung gezeichnet sind, um auf naive Weise anzunehmen, dass Washington rein und seiner propagandistischen Selbstbeschreibung eines Schutzherrn von Recht, Gerechtigkeit, Gnade und Menschenrechten verpflichtet sei.

Dagegen ist Washington, die “außergewöhnliche und unentbehrliche Nation”, seiner Hegemonie über die Welt verpflichtet. Russland, China und der Iran stehen dieser Hegemonie Washingtons im Weg und sind aus diesem Grund Ziele für zukünftige Attacken.

Ein Angriff auf Russland zeichnet sich gerade ab.

Copyright © Paul Craig Roberts 2014, Institute for Political Economy

Anmerkung von mir: Auch wenn ich „Börsenguru´s“ nicht sonderlich mag, jedoch hat Dirk Müller mit seiner Einschätzung hier den Nagel auf den Kopf getroffen.

 

Mathematiker-Aufruf: Arbeitet nicht für die Geheimdienste!

Binärkode: "Wir Mathematiker müssen uns entscheiden", sagt Tom Leinster

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Binärkode: „Wir Mathematiker müssen uns entscheiden“, sagt Tom Leinster

Die Totalüberwachung des Internets durch NSA & Co wäre ohne Verschlüsselungsexperten kaum möglich. Nun ruft ein Mathematiker aus Edinburgh seine Kollegen dazu auf, nicht mehr mit Geheimdiensten zu kooperieren.

Die Zeit der Unschuld ist vorbei, wir sollten nicht mit Geheimdiensten zusammenarbeiten. Das ist das Fazit eines Kommentars, den der Mathematiker Tom Leinster von der University of Edinburgh im Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ veröffentlicht hat. Leinster, ein Experte für Algebra und Geometrie, entrüstet sich über die umfassende, systematische Überwachung von Millionen Menschen weltweit durch britische und amerikanische Geheimdienste – und fordert seine Kollegen auf, ihr Wissen nicht länger missbrauchen zu lassen.

Über Jahrhunderte galt die Mathematik als abstrakte, abgedrehte Wissenschaft, die mit dem Leben der meisten Menschen kaum etwas zu tun hat. „Ich habe niemals etwas Nützliches vollbracht“, konstatierte einst der britische Zahlentheoretiker Godfrey Harold Hardy. Keine seiner Entdeckungen tauge dazu, das Leben der Menschheit unmittelbar zu verbessern.Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute befinden sich Mathematiker, die sich gut mit Kryptographie auskennen, in einer ähnlichen Situation wie Physiker in den 1940er Jahren. Damals ging es um die Frage, ob man an der Entwicklung der Atombombe mitarbeitet. Heute besteht die Aufgabe darin, Verschlüsselungsalgorithmen zu knacken oder darin Hintertüren einzubauen.

„Wir Mathematiker müssen uns entscheiden“, schreibt Leinster. „Kooperieren wir mit den Geheimdiensten oder nicht?“. Die NSA brüstet sich auf ihrer Webseite damit, der derzeit größte Arbeitgeber in den USA für Mathematiker zu sein. Auch ihre Pendants in Großbritannien (GCHQ), Australien und Kanada beschäftigen viele Mathematiker – wenngleich genaue Zahlen nicht bekannt sind. Mancher Forscher verdingt sich auch als Gutachter für die NSA – oder heuert in den Semesterferien bei einem der Geheimdienste an.

„NSA hat die Sicherheit des Internets zerstört“

Leinster ist beileibe nicht der einzige Mathematiker, dem das entschieden zu weit geht. Keith Devlin, Professor an der Stanford University in Kalifornien und Autor diverser populärwissenschaftlicher Bücher, kritisiert die Geheimdienste immer wieder – auch über seinen Twitter-Account @profkeithdevlin.

Alexander Beilinson, ein russischer Mathematiker, der inzwischen an der University of Chicago forscht, echauffiert sich im Magazin der American Mathematical Society: „Die NSA hat die Sicherheit des Internets und die sichere Kommunikation für die ganze Welt zerstört.“ Eine Tätigkeit für den Geheimdienst sollte als sozial unakzeptabel gelten, „so wie in meiner Jugend, als das die Arbeit für den KGB für viele in der Sowjetunion nicht in Frage kam“.

Wie wertvoll das Wissen von Mathematikern für Geheimdienste sein kann, zeigen die gezielt eingebauten Hintertüren in Verschlüsselungssoftware. Praktisch alle Verschlüsselungsprogramme arbeiten mit Zufallszahlen. Das weit verbreitete RSA-Verfahren beispielsweise benötigt zwei große Primzahlen. Diese haben in der Regel mehr als 300 oder sogar mehr als 600 Stellen. Das RSA-Verfahren beruht letztlich darauf, dass man zwei Mammutprimzahlen leicht miteinander multiplizieren kann, die Primfaktoren einer großen Zahl sich hingegen nur schwer ermitteln lassen.

Schwachstelle im System

Die Primfaktorzerlegung einer 600- oder 1200-stellige Zahl ist selbst mit Supercomputern in überschaubarer Zeit kaum zu schaffen. Um der ständig steigenden Rechenpower standzuhalten, können RSA-Schlüssel zudem immer wieder verlängert werden, was den Aufwand beim Knacken weiter erhöht. Damit sind Angriffe eigentlich ausgeschlossen. Es sei denn, die Menge der als Faktoren in Frage kommenden Primzahlen ist überschaubar.

Genau an dieser Stelle haben Experten der NSA angesetzt und eine Hintertür in das sogenannte Elliptische-Kurven-Kryptosystem eingebaut. Indizien dafür waren schon 2007 beschrieben worden. Die von Edward Snowden enthüllten Geheimdokumente brachten schließlich die Gewissheit, dass tatsächlich die NSA dahinter steckte.

Trotz der teils heftigen Kritik einzelner Mathematiker wollen sich ihre Verbände bislang nicht von der Arbeit für Geheimdienste distanzieren. Im Gegenteil: Die American Mathematical Society vermittelt sogar Stipendien für das NSA Mathematical Sciences Grant Program. Nicht zuletzt daran hatte sich die Kritik amerikanischer Forscher entzündet.Hierzulande wird die Arbeit für Geheimdienste durchaus kritisch gesehen: „Ja, es gibt da ein ethisches Problem“, sagt Thomas Vogt, Sprecher der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV). Das Thema werde schon seit einigen Monaten unter Kollegen diskutiert – auch im DMV-Präsidium. Zu einem Boykott wollte die Vereinigung jedoch nicht aufrufen. „Wir sind zum Schluss gekommen, dass das jeder für sich selbst entscheiden muss“, sagt Vogt.

Tom Leinster von der University of Edinburgh redet seinen Kollegen ins Gewissen: „Wir sind zuallererst Menschen und erst in zweiter Linie Mathematiker. Wenn wir das Vorgehen der Geheimdienste ablehnen, sollten wir nicht für sie arbeiten.“

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nsa-mathematiker-ruft-kollegen-auf-nicht-fuer-geheimdienst-zu-arbeiten-a-966567.html

Dank an die mitdenkenden Mathematiker

Kriegsgefahr: Amerikas Konsumenten geht die Puste aus

Seit Mitte 2012 schwächelt die Realwirtschaft – Krieg als Kompensation?

Flickr / eschipul CC-BY-SA 2.0

Die Vereinigten Staaten schienen sich zwar recht schnell wieder von den Rückschlägen der kollabierenden Finanzmärkte 2008/2009 zu erholen – doch im Laufe des Jahres 2012 begann der Realwirtschaft offenbar die Kraft für ein weiteres Wachstum zu fehlen. Wer die Nachtigall trapsen hört, muss unweigerlich an einen neuen US-geführten Krieg denken.

Jüngst veröffentlichte Daten verheißen nichts Gutes, was den Zustand der amerikanischen Konsumgesellschaft betrifft. Die finanzielle Ausblutung der Realwirtschaft scheint an neue Grenzen zu stoßen. Wie es aussieht, haben die Kritiker der Fed-Geldschwemme durchaus Recht gehabt: Das Geld kommt nicht in der Realwirtschaft an, sondern führt lediglich zu einem noch größeren Druck der Finanzwirtschaft.

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Ein interessanter Indikator für den Konsum der breiten Masse ist der sogenannte „McDonald’s US Comparable Sales Index“, den Sie oben sehen. Selbst inmitten der Finanzkrise 2008/2009 wies das Fastfood-Unternehmen ordentliche Wachstumsraten auf. Von 2011 bis Anfang 2012 ging es steil bergauf. Und dann – rums – ab dem 2. Quartal 2012 ist davon nichts mehr zu sehen.

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Betrachtet man das Umsatzwachstum der im „Standards & Poor’s 500 Index“ vertretenen Unternehmen, erkennt man deutlich, dass dies kein singuläres Ereignis ist. Auch die 500 größten börsennotierten US-Firmen erlitten im 2. Quartal 2012 einen ordentlichen Dämpfer, der seitdem anhält.

Einerseits ist es ja zu begrüßen, dass die Konsumlaune der Amerikaner etwas gedämpft wird, andererseits zeigen sich damit deutliche Risse im herrschenden System. Ohne ständiges realwirtschaftliches Wachstum ist ein vorzeitiger Kollaps des Wirtschafts- und Finanzsystems nämlich vorprogrammiert. Die Kapitalforderungen der Finanzindustrie bleiben bestehen, so dass ein schwaches realwirtschaftliches Wachstum zu noch geringeren Margen aus den Produktivitätszuwächsen für die breite Masse führt.

Für die Finanzindustrie bedeutet dies, dass sie bald schon mit deutlichen Zahlungsausfällen zu kämpfen haben werden. Sinkende Renditen führen zu wesentlich mehr Risikobereitschaft und damit zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Finanzcrashs.

Auf jeden Fall wird sich im laufenden Jahr noch zeigen müssen, wie es in den Vereinigten Staaten nun weitergeht. Bleibt der Trend bestehen – wovon ausgegangen werden muss – so könnte dies zu unangenehmen Folgen für die ganze Welt führen. Es wäre keinesfalls das erste Mal, dass die US-Administration wirtschaftliche Miseren mit der Führung von Kriegen zu kompensieren versuchten.

Hier wird das aktuelle Treiben der Amerikaner in der Ukraine interessant, welches man beinahe schon als amerikanisches Vorspiel für eine neue militärische Auseinandersetzung ansehen könnte. Um zu wissen, wie das endet, muss man nur einen Blick in den Irak und nach Afghanistan werfen, die ein besonders gutes Beispiel dafür darstellen.

Ihr

Marco Maier

Dank an Marco Meier von http://www.buergerstimme.com