KFZ-Blackbox: EU plant verpflichtenden Einbau – Datenschützer warnen vor gläsernem Autofahrer

Ab 2024 soll jedes Auto eine Blackbox haben, die Daten sammelt und so die Zahl der Verkehrsunfälle senken. Anonym. Datenschützer widersprechen und warnen vor dem gläsernen Autofahrer.

Ab Mai 2022 sollen alle neuen PKW-Modelle – ab 2024 jedes neu zugelassene Auto – mit einer Blackbox ausgestattet sein. So will es die EU. Diese „Unfalldatenspeicher“ funktionieren in der altbekannten Weise einer Flugzeug-Blackbox und sollen „detaillierte Daten über Unfälle sammeln“, so Alexander Fanta auf netzpolitik.org.

Bereits vor Ostern hat die Europäische Union einem entsprechenden Gesetz zugestimmt, dass den Einbau verpflichtend vorsieht. Die EU erhofft sich, durch die Auswertung der Daten Gefahrenpotenziale im Straßenverkehr besser zu erkennen und so die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern. Einzelne Unfälle sollen dabei jedoch keine Rolle spielen.

Der Gesetzestext besagt, dass Fahrzeugdaten anonymisierte gesammelt werden. „Anhand der gespeicherten Daten [ist] keine Identifizierung des Nutzers oder Halters eines bestimmten Fahrzeugs möglich.“

Ausgelöst würde die Speicherung zum Beispiel durch das Auslösen der Airbags. Technisch bedeutet das jedoch, dass die Daten ständig erfasst und überschrieben werden und im Falle eines Unfalls die Neuerfassung – und damit das Überschreiben der vorhandenen Daten – gestoppt wird.

Die Daten umfassen unter anderem Geschwindigkeit, Pedalstellung und andere Parameter des Fahrzeugs und taugen durchaus zur Auswertung einzelner Unfälle.

Bislang wurde jedoch weder gesagt, welche Daten genau erfasst werden, noch über welchen Zeitraum die Daten erfasst werden. Sind es nur die Sekunden des Unfalls oder auch alle Daten der Stunden zuvor?

Datenschützer warnen vor dem gläsernen Autofahrer

„Das Gesetz schreibt für die Unfalldatenspeicher ein geschlossenes System vor. Wenn in einem solchen System nur die Daten eines einzigen Fahrzeuges in der Blackbox landen und nur eine Person das Fahrzeug nutzt, wie anonym ist der Lenker dann?“, fragt Alexander Fanta.

Selbst im Falle der Momentaufnahme zum Unfallzeitpunkt könnten die Daten damit vor Gericht verwendet werden und das eigene Auto gegen den Fahrer „aussagen“. Für den Fall eines nicht geschlossenen Systems und in Verbindung mit dem ständigen Datenaustausch autonomer Fahrzeuge könnten die Daten zudem in Echtzeit abgerufen und außerhalb des Fahrzeugs unbegrenzt gespeichert werden.

Derartige Daten könnten jedoch nicht nur zur Klärung von konkreten Unfallursachen, -hergang oder Schuldfragen beitragen, sondern auch zur internen Auswertung bei den Herstellern oder Versicherungen dienen.

So könnte zum Beispiel der Hersteller eines Sportwagens aufgrund des Fahrverhaltens und der auftretenden Kräfte in einem künftigen Modell Motorisierung oder Fahrwerk anpassen. Ebenso könnten Versicherungen die Beiträge der KFZ-Versicherung an das jeweilige Fahrverhalten des Versicherten anpassen.

„Aus datenschutzrechtlicher Sicht unzureichend und nicht geeignet“

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber warnt in diesem Zusammenhang davor, dass derart aufgerüstete Fahrzeug ein erhebliches Überwachungsrisiko darstellen. Weiter schrieb er: „Autos müssen neben dem Schutz der körperlichen auch den Schutz der digitalen Unversehrtheit gewährleisten.“

Zum endgültigen Gesetzestext der EU sagte Kelber im Interview:

Die nun vorliegende Fassung der Verordnung zur Erhöhung der Fahrzeugsicherheit enthält – vor allem im Vergleich zur E-Call-Verordnung – nur punktuelle Vorgaben zum Datenschutz. Diese beschränken sich zudem im Wesentlichen auf die Datenverarbeitung im Ereignisdatenspeicher. Insofern betrachte ich das Gesetz aus datenschutzrechtlicher Sicht nach wie vor für unzureichend und nicht geeignet, um [meine] geäußerten Bedenken zu entkräften.“

ADAC-Sprecher Johannes Boos schrieb gegenüber netzpolitik.org:

Die EU-Verordnung sieht grundsätzlich nur die anonymisierte Nutzung der Daten aus dem Event Data Recorder zu Zwecken der Unfallforschung vor, wenn keine ausdrückliche Einwilligung vorliegt. Bei schweren Verkehrsunfällen mit Verletzten oder Todesopfern, die ohne die Daten aus dem Event Data Recorder nicht aufzuklären sind, kann die Staatsanwaltschaft eine Auswertung der Daten veranlassen. Aus Sicht des ADAC steht in solchen Fällen das Interesse einer Unfallaufklärung über dem Datenschutz.“

 

 

Quelle:  https://www.epochtimes.de/politik/europa/kfz-blackbox-eu-plant-verpflichtenden-einbau-datenschuetzer-warnen-vor-glaesernem-autofahrer-a2866482.html

Mehr PS weniger Sprit: Bausatz rüstet alte Autos mit Elektro-Antrieb aus

Ein sizilianisches Startup hat einen Bausatz entwickelt, der jedes Auto mit einem Elektro-Antrieb ausstattet. Eine Installation des Zusatzaggregats dauert nur 30 Minuten, spart bis zu 90 Prozent Sprit und verlängert Reichweite und Lebensdauer der Fahrzeuge. Der zusätzliche Antrieb erhöht dank der zusätzlichen PS zudem die Höchstgeschwindigkeit.

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Das Umrüst-Kit macht selbst aus Oldtimern wie diesem Fiat Cinquecento 
ein umweltfreundliches Hybrid-Auto. (Foto: newtronitalia.it)

Ein sizilianisches Startup namens Newtron hat eine vielversprechende Erfindung vorgestellt: Mittels Fertig-Bausatz kann jedes beliebige Auto mit einem  Elektro-Antrieb ausgestattet werden, so das Versprechen der Entwickler. Eine Installation des Zusatzaggregats dauert nur 30 Minuten und bringt nicht nur bis zu 90 Prozent Sprit-Ersparnis, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Fahrzeuge. Neben einer Reduktion der CO2- Emissionen und Betriebskosten schafft der zusätzliche Antrieb gleichzeitig eine Erhöhung der Reichweite und dank der zusätzlichen PS auch eine verbesserte Höchstgeschwindigkeit.

Das zusätzliche Antriebs-Aggregat lässt sich in 30 Minuten in jedes beliebige Auto einbauen. (Foto: newtronitalia.it)

Das zusätzliche Antriebs-Aggregat lässt sich in 30 Minuten in jedes beliebige Auto einbauen. (Foto: newtronitalia.it)

Der Zusatz-Antrieb ist komplett in Italien gefertigt und ist mit allen Fahrzeugmarken und allen Verbrennungsmotoren auf dem Markt kompatibel, sei es Benzin-, Diesel- oder Erdgas-Antrieb. Bei umsichtiger Fahrweise könnte der Verbrauch auf bis zu 1,5 Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden, so der Hersteller auf der Homepage des Unternehmens.

Das Newtron-Kit verspricht, jedes beliebige Auto auf dem Markt zu einem Hybrid umzurüsten und eröffnete damit neue Möglichkeiten für all diejenigen, die sich kein neues Auto mit Elektro-Antrieb leisten können. Zahlreiche Autobauer bieten zwar bereits fertige Hybrid-Fahrzeuge an, allerdings erhöht das Konzept, ein Hersteller-unabhängiges Bau-Kit anzubieten, die Chancen auf eine schnellere Verbreitung ungemein, da nicht nur Neukäufer angesprochen werden, sondern auch Alt-Fahrzeuge beliebig aufgerüstet werden können.  Das System soll dabei weder die Elektronik noch die Betriebssicherheit des Fahrzeugs beeinflussen, noch muss es über elektrische Ladestationen aufgeladen werden.

Der Motor hat drei Anwendungsmodi: In der Funktion „Auto“ arbeiten beide Motoren bis zu einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde zusammen, für höhere Geschwindigkeiten ist ausschließlich der Verbrennungsmotor zuständig. Im Stadtbetrieb liegt dabei die Kraftstoffersparnis bei 50 Prozent. In der Betriebsstufe „Lev“ wird nur der Elektromotor benutzt, während der Verbrennungsmotor die energieintensiven Teile wie Servolenkung und Klimaanlage versorgt. Die Kraftstoffeinsparungen erreichen so bis zu 90 Prozent. Wird das Fahrzeug auf „Sport“ eingestellt, erfolgt der Antrieb über den Verbrennungsmotor und zwei auf beide Achsen verteilte Elektromotoren, was neben einer Kraftstoffersparnis von 20 Prozent auch zu einer Leistungssteigerung um 20 PS führt.

Das Kit kostet beispielsweise für die Aufrüstung eines herkömmlichen Fiat Cinquecento 10.000 Euro, allerdings kommen derzeit noch 6800 Euro Zusatzkosten hinzu, da das entsprechende Prüfverfahren für die Zulassung derzeit nur in Deutschland möglich sei.

Quelle: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2015/12/79740/#.VmnAiwadPKk.facebook